Grandes Alpes Tour!

Tag 10: Mal wieder ein Highlight!

Um neun Uhr haben wir uns auf den Weg in den Grand Canyon du Verdon gemacht. Heute war der Scheitelpunkt unseres Urlaubs. Ab da sind wir wieder in Richtung Norden gefahren, das heißt, in Richtung Heimat. Auf den Canyon hab ich mich besonders gefreut, er sollte einzigartig sein. Auf ging’s also in die Haute de Provence, eine ganz andere Landschaft als bisher, Mittelmeerklima. Am Lac de Castillon, dessen Wasser türkis ist, war es traumhaft schön. Mit dem kleinen Dorf und den Bergen dahinter, sehr idyllisch. Nachdem wir den Canyon jetzt gefahren sind, kann ich nur sagen, dass unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen wurden. Für diese Landschaft gibt es nur Superlative. Spektakulär! Und das mitten in Europa. Bisher dachte ich, dass so etwas nur die USA zu bieten haben. Gestern in den kleinen Schluchten waren die Farben des Felsens so toll und wir waren nahe dabei. Heute konnte es an Tiefe und Höhe der Schluchten eigentlich nicht mehr getoppt werden. Man kann das auch gar nicht beschreiben, man muss es gesehen haben. Der einzige Nachteil heute war, dass es unerträglich heiß war und in der Schlucht gar kein Lüftchen ging. Wir hatten bestimmt 40 Grad und das in unseren Klamotten. Wir haben an einem schattigen Plätzchen Mittag gemacht und nahmen dann den 2. Teil in Angriff. Zu dieser Tour kann man nur sagen: Hammer! Weiter ging’s nach Sisteron, etwas zu Abend essen und dann zur Finca, dem heutigen Domizil für die Nacht. Als wir gegen halb neun in der Domäne de Fombeton ankamen, saßen da ca. 30 Motorradfahrer. Wir wurden gleich freundlich begrüßt. Wir haben nur unsere Sachen ins Zimmer gebracht und sind dann gleich wieder runter an die lange Tafel. Die Flasche Wein und die Gläser kamen sofort und es wurde ein schöner Abend mit viel Gelächter, „Benzingesprächen“, usw.

Tagesetappe: ?

 

 

12.7.14 21:06, kommentieren

Tag 9: Heeeeiiißßß…

Heute Morgen war es schon tierisch heiß. Unsere Tour führte uns in den Gorges de Daluis bis nach Entrevaux, durch den Gores de Cians und den Col de Turini hoch. Als wir die ersten Kilometer der Schlucht gefahren waren, wurde das Tal wieder breiter. 17 Tunnel hat man in die roten Felsen geschlagen. Man muss schon schwindelfrei sein, wenn man in dieser Schlucht fährt, sonst liegt man ganz schnell unten. Tolle Aussichten, ca. 200 m tief in die Schlucht. Wahnsinn!  In Entrevaux, einem mittelalterlichen Städtchen, von einer Festungsmauer umgeben, fand heute ein großes Motorradtreffen statt. Das örtliche Motorradmuseum wurde 30 Jahre alt und das musste gefeiert werden. Die Maschinen durften sogar in die Stadt fahren. Es ist Fiesta und heiß. Der Ort ist bezaubernd und dank des Festes, lief überall Musik. Es wurden kostenlos Getränke verteilt. Das haben wir bei der Hitze natürlich gerne angenommen. Wir haben das Treiben eine Zeit lang auf einer Bank im Schatten verfolgt. Dann ging es weiter in die nächste Schlucht. Diese Schlucht war ganz anders als die erste. Die roten Felsen waren bezaubernd. Als wenn Eimer mit roter Farbe darüber gekippt worden wären. Über einen kleinen ging‘s weiter und dann haben wir erstmal eine Pause eingelegt. Dort haben wir noch eine Weile mit 2 Motorradfahrern zusammengesessen, die wir vorher in Entrevaux getroffen hatten. Runter war es die schlechteste Straße, die wir bis jetzt hatten. Kaputt, Rollsplitt, eng, einfach nur Sch…. In den Bergen zog ein Gewitter auf und wir haben dann beschlossen, dass wir den Turini nicht mehr fahren und haben uns auf den Heimweg gemacht. Es ging über St. Sauveur nach Villars sur Val, dort haben wir in einem kleinen Ort noch einen Kaffee getrunken und sind dann durch den Galuis zurück nach Valberg gefahren. Das Unwetter kam immer näher, es wurde sehr windig. Wir mussten dann noch 14 km nach Valberg, den Pass hoch. Das Wetter hat uns im wahrsten Sinne des Wortes hochgejagt. Kurve an Kurve, und ich war selten so schnell. Wir haben es selbst kaum geglaubt, aber wir haben es geschafft. Wir sind im Zimmer angekommen und es fing an zu regnen, ein richtiges Unwetter. Heute hatten wir glaube ich den bis jetzt heißesten Tag. Wir hatten heute Abend noch ein sehr nettes Erlebnis. Nach dem Essen im Ort sind wir noch ein bisschen spazieren gegangen und hörten auf einmal Glockengebimmel. Es war schon ziemlich dunkel. Es wurde eine große Schafherde durch das Dorf getrieben, hier wahrscheinlich normal, für uns exotisch. Vorneweg 2 Reiter, dann 2 Kühe mit großen Glocken um den Hals und dann ein paar hundert Schafe. Besonders schön war, wie die Hunde die Tiere im Griff hatten. Zum Schluss kam ein großer Anhänger mit den Muttertieren und den Lämmern. Das war ein schöner Abschluss eines tollen Tages.

Tagesetappe: 202 km

 


11.7.14 21:59, kommentieren

Tag 8: Hoch hinaus!

Heute sind wir den Col de I‘soard hochgefahren. Das war ein Leckerbissen. Vor allem waren wir wieder fast alleine auf der Straße. Alleine das Hochfahren hat sich schon gelohnt. Es war zum Fahren wirklich der schönste Berg. Ein Traum! Die Straße genial, breit ausgebaut, tolle Kurven und ein Belag vom Feinsten. Oben auf dem Pass waren nur wenige Menschen und kaum Touristen. Ein Obelisk erinnert hier an die Gebirgsjäger, die am Bau der Straße beteiligt waren. Wir sind noch schwitzend zu einem Aussichtspunkt hochgestiefelt, denn trotz der 2.361 m ist es ziemlich warm, jedoch angenehmer als unten im Tal. Von hier oben hat man einen sehr guten Blick in die überwältigende Bergwelt. Auf Tafeln sind noch die einzelnen Berge und ihre Höhe angezeigt. Beim Hochstiefeln sind wir ganz schön außer Atem gewesen. Man merkte die dünne Luft doch ganz ordentlich. Einige Einheimische erzählten uns etwas von einer Straßensperrung. Wir konnten dennoch beobachten, dass einige Motorradfahrer runter gefahren sind, also wird das mit der Sperrung nicht so spannend sein. Wir werden sehen. An der Straßensperre angelangt, konnten wir sehen, dass ein ganz ordentlicher Bergrutsch Schuld war. Man lässt die Fahrzeuge einzeln durchfahren. Ein bisschen Schiss hatte ich schon, es sah ziemlich matschig aus. Ich habe es geschafft, aber mit ordentlich Herzklopfen und etwas wackeligen Knien. Die Durchfahrt war wie auf Schmierseife. Es folgte eine kleine Schlucht, und ein Wildwasserbach mit türkisgrünem Wasser hat uns begleitet. Die Auffahrt zum Col de Var war sehr einfach. Man hat kaum gemerkt, dass man eine Passstraße gefahren ist. Die Abfahrt war landschaftlich sehr schön mit vielen Blumenwiesen, aber fahrerisch hat es mir nicht so gut gefallen. Die Kurven waren nicht so rund und die Straße sehr holprig. Die Auffahrt zum Col de la Bonette ist wiederum echt der Hammer. Am Anfang etwas hakelig, weil einige scharfe Haarnadelkurven zu fahren sind, der Belag ist allerdings sehr gut. Vor lauter Gucken kommt man kaum zum Fahren. Das ist echt der Hammer, das Irreste, was ich bisher gesehen habe. Man ist hier wirklich mitten im Berg, Geröll, Geröll, Geröll. Diese Abgeschiedenheit nimmt einen gefangen. Kein Haus, kein Dorf nur Berg und fantastische Kurven. Die Menschen die vor unendlichen Jahren diese Straßen geplant und gebaut haben, vor denen ziehe ich meinen Hut. Für meine Begriffe eine unglaubliche Meisterleistung. Sind wir eigentlich noch auf der Erde oder schon auf dem Mond? Hier ist absolut nichts mehr. Berge, Geröll ein bisschen Moos, ein kleiner Tümpel, kahler Fels, ein bisschen Schnee, aber sehr angenehme Temperaturen. An einer alten Kaserne vorbei ging es die Anhöhe zum Restefond hinauf. Die Passhöhe ist ein Durchgang zwischen den Felsen, aber wir sind noch die Runde um den Cime de la Bonette gefahren. Das ist eine 2 km lange Runde um den Bergkegel und somit die höchste, asphaltierte Passstraße der Alpen. Die Runde um den Cime ist eine schmale Fahrbahn und daneben nur Abgrund. Wir haben schon viele Berge gesehen, aber dieser Ausblick schlägt wirklich alles. Wir sind vom Bonette Richtung Nizza runtergefahren. Viele Kurven – und diesmal auch einige enge dabei. Plötzlich waren wir in einem alten Militärdorf von 1800. Total unwirklich. Die Straße geht mitten durch diese verfallenen Häuser. In Deutschland wäre alles eingezäunt oder längst abgerissen, hier stehen ein paar Hinweisschilder, dass es gefährlich ist, die Ruinen zu betreten. Zeitzeugen!!! Wir sind fast eine Stunde nur Kurven gefahren, das schlaucht ganz schön. Wir brauchten dringend eine Pause. Dafür bot sich das hübsche Städtchen Barcelonette an. Dann ging es weiter zu unserem Quartier in Valberg. Es war halb acht, als wir ins Hotel kamen. Wir waren ganz schön kaputt.

Die Tagesetappe: 250 km (nur Kurven!)


10.7.14 22:57, kommentieren

Tag 7: Griff ins Klo!

Um neun Uhr sind wir heute vom Hotel losgefahren, direkt auf den kleinen St. Bernhard. Wenn wir hier weiterfahren würden, wären wir gleich in Italien, aber wir wollen ja in Frankreich bleiben. Weiter ging es dann über den Col de Izoard, eine wunderbare Auffahrt. Oben eine absolut karge Mondlandschaft. Von Val d‘Isère waren wir angenehm überrascht. Auch wieder viele Wanderer und Fahrradfahrer. Der Ort liegt sehr schön umgeben von Bergen. Der Gebirgszug ist toll. Man möchte eigentlich hinter jeder Kurve anhalten, gucken und fotografieren. Oben auf dem Pass haben wir uns noch einige Zeit mit ein paar Bikern aus Baden-Württemberg und Bad Segeberg unterhalten. Runter ging es dann bis Bonneval sur Arc, wo wir Pause gemacht haben. Laut einschlägiger Literatur das schönste Dorf in den französischen Alpen. Das Dorf klebt am Fuß des Felsens. Man kann das gar nicht richtig beschreiben. Winzige Gassen, alle Häuser aus den Felssteinen gebaut, die Dächer aus Fels oder Steinplatten. Von Bonneval aus ging es durch ein sehr schönes breites Tal weiter. Herrliche Blumenwiesen wie man sie bei uns leider nur noch sehr selten sieht. Man bekommt philosophische Gedanken hier oben, was so eigentlich gar nicht zu mir passt. Man sollte all unsere Politiker und die Leute, die die Welt mit Kriegen verändern und vereinnahmen wollen, hier oben in die Einsamkeit schicken. Vielleicht würden die hier in dieser wunderbaren Natur zur Ruhe kommen und nicht weiter versuchen, unsere Welt zu zerstören. Mittag haben wir wie immer mit Brot, Käse und Obst gemacht und die Natur genossen, die Blumenfelder bewundert und dem Plätschern des Baches zugehört. Danach sind wir den Col du Telegraph hochgefahren. Leider hatten wir so einen blöden LKW vor uns, den man nicht überholen konnte – und Radfahrer! Der Col de Galibier empfing uns sehr ungastlich. Es war dunkel, gewitterte etwas und wir hatten auch ein klein wenig Regen. Oben auf dem Galibier ist wirklich eine Mondlandschaft, so viele Steine als hätte man sie LKW-weise ausgekippt. Es war sehr ungemütlich, kalt, dunkel, windig, aber die Aussicht natürlich fantastisch. Bei Sonne bestimmt noch schöner und man könnte sicher die Spitze des Mont Blanc sehen. Unsere Tanks sind leer und es wird langsam kritisch, eine Tankstelle muss her! Die Fahrt runter war gut zu fahren, aber die Fahrradfahrer machten mir ein bisschen Angst. Die fuhren mit 90 km/h den Berg runter und man kam nicht an ihnen vorbei. Und wenn man sie dann endlich überholt hatte, hatte man sie in der nächsten Haarnadelkurve schon wieder auf dem Hinterrad. Kamikazefahrer! Im Tal wurde das Wetter immer besser und die Sonne ließ sich auch wieder blicken. Die Straße nach Briancon war eine Kurvenautobahn. Toll zu fahren und endlich eine Tankstelle. In Briancon angekommen war das Hotel, was wir uns ausgesucht hatten, leider belegt und die haben uns dann ein anderes empfohlen, was ein Familienangehöriger führt. Das war ein bisschen günstiger, aber noch zu teuer im Hinblick auf das, was einem geboten wurde. Wie wir später feststellten, ein „Griff ins Klo“! Nicht besonders hygienisch, weder ein Klorollenhalter noch eine Duschstange. Am liebsten wäre ich nachts wieder ausgezogen, als wir ins Bett gegangen sind. Wäre es nicht so warm gewesen, hätte ich meine Klamotten angelassen.

Tagesetappe: 250 km


9.7.14 19:53, kommentieren