Grandes Alpes Tour!

Tag 7: Griff ins Klo!

Um neun Uhr sind wir heute vom Hotel losgefahren, direkt auf den kleinen St. Bernhard. Wenn wir hier weiterfahren würden, wären wir gleich in Italien, aber wir wollen ja in Frankreich bleiben. Weiter ging es dann über den Col de Izoard, eine wunderbare Auffahrt. Oben eine absolut karge Mondlandschaft. Von Val d‘Isère waren wir angenehm überrascht. Auch wieder viele Wanderer und Fahrradfahrer. Der Ort liegt sehr schön umgeben von Bergen. Der Gebirgszug ist toll. Man möchte eigentlich hinter jeder Kurve anhalten, gucken und fotografieren. Oben auf dem Pass haben wir uns noch einige Zeit mit ein paar Bikern aus Baden-Württemberg und Bad Segeberg unterhalten. Runter ging es dann bis Bonneval sur Arc, wo wir Pause gemacht haben. Laut einschlägiger Literatur das schönste Dorf in den französischen Alpen. Das Dorf klebt am Fuß des Felsens. Man kann das gar nicht richtig beschreiben. Winzige Gassen, alle Häuser aus den Felssteinen gebaut, die Dächer aus Fels oder Steinplatten. Von Bonneval aus ging es durch ein sehr schönes breites Tal weiter. Herrliche Blumenwiesen wie man sie bei uns leider nur noch sehr selten sieht. Man bekommt philosophische Gedanken hier oben, was so eigentlich gar nicht zu mir passt. Man sollte all unsere Politiker und die Leute, die die Welt mit Kriegen verändern und vereinnahmen wollen, hier oben in die Einsamkeit schicken. Vielleicht würden die hier in dieser wunderbaren Natur zur Ruhe kommen und nicht weiter versuchen, unsere Welt zu zerstören. Mittag haben wir wie immer mit Brot, Käse und Obst gemacht und die Natur genossen, die Blumenfelder bewundert und dem Plätschern des Baches zugehört. Danach sind wir den Col du Telegraph hochgefahren. Leider hatten wir so einen blöden LKW vor uns, den man nicht überholen konnte – und Radfahrer! Der Col de Galibier empfing uns sehr ungastlich. Es war dunkel, gewitterte etwas und wir hatten auch ein klein wenig Regen. Oben auf dem Galibier ist wirklich eine Mondlandschaft, so viele Steine als hätte man sie LKW-weise ausgekippt. Es war sehr ungemütlich, kalt, dunkel, windig, aber die Aussicht natürlich fantastisch. Bei Sonne bestimmt noch schöner und man könnte sicher die Spitze des Mont Blanc sehen. Unsere Tanks sind leer und es wird langsam kritisch, eine Tankstelle muss her! Die Fahrt runter war gut zu fahren, aber die Fahrradfahrer machten mir ein bisschen Angst. Die fuhren mit 90 km/h den Berg runter und man kam nicht an ihnen vorbei. Und wenn man sie dann endlich überholt hatte, hatte man sie in der nächsten Haarnadelkurve schon wieder auf dem Hinterrad. Kamikazefahrer! Im Tal wurde das Wetter immer besser und die Sonne ließ sich auch wieder blicken. Die Straße nach Briancon war eine Kurvenautobahn. Toll zu fahren und endlich eine Tankstelle. In Briancon angekommen war das Hotel, was wir uns ausgesucht hatten, leider belegt und die haben uns dann ein anderes empfohlen, was ein Familienangehöriger führt. Das war ein bisschen günstiger, aber noch zu teuer im Hinblick auf das, was einem geboten wurde. Wie wir später feststellten, ein „Griff ins Klo“! Nicht besonders hygienisch, weder ein Klorollenhalter noch eine Duschstange. Am liebsten wäre ich nachts wieder ausgezogen, als wir ins Bett gegangen sind. Wäre es nicht so warm gewesen, hätte ich meine Klamotten angelassen.

Tagesetappe: 250 km


9.7.14 19:53

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