Grandes Alpes Tour!

Tag 8: Hoch hinaus!

Heute sind wir den Col de I‘soard hochgefahren. Das war ein Leckerbissen. Vor allem waren wir wieder fast alleine auf der Straße. Alleine das Hochfahren hat sich schon gelohnt. Es war zum Fahren wirklich der schönste Berg. Ein Traum! Die Straße genial, breit ausgebaut, tolle Kurven und ein Belag vom Feinsten. Oben auf dem Pass waren nur wenige Menschen und kaum Touristen. Ein Obelisk erinnert hier an die Gebirgsjäger, die am Bau der Straße beteiligt waren. Wir sind noch schwitzend zu einem Aussichtspunkt hochgestiefelt, denn trotz der 2.361 m ist es ziemlich warm, jedoch angenehmer als unten im Tal. Von hier oben hat man einen sehr guten Blick in die überwältigende Bergwelt. Auf Tafeln sind noch die einzelnen Berge und ihre Höhe angezeigt. Beim Hochstiefeln sind wir ganz schön außer Atem gewesen. Man merkte die dünne Luft doch ganz ordentlich. Einige Einheimische erzählten uns etwas von einer Straßensperrung. Wir konnten dennoch beobachten, dass einige Motorradfahrer runter gefahren sind, also wird das mit der Sperrung nicht so spannend sein. Wir werden sehen. An der Straßensperre angelangt, konnten wir sehen, dass ein ganz ordentlicher Bergrutsch Schuld war. Man lässt die Fahrzeuge einzeln durchfahren. Ein bisschen Schiss hatte ich schon, es sah ziemlich matschig aus. Ich habe es geschafft, aber mit ordentlich Herzklopfen und etwas wackeligen Knien. Die Durchfahrt war wie auf Schmierseife. Es folgte eine kleine Schlucht, und ein Wildwasserbach mit türkisgrünem Wasser hat uns begleitet. Die Auffahrt zum Col de Var war sehr einfach. Man hat kaum gemerkt, dass man eine Passstraße gefahren ist. Die Abfahrt war landschaftlich sehr schön mit vielen Blumenwiesen, aber fahrerisch hat es mir nicht so gut gefallen. Die Kurven waren nicht so rund und die Straße sehr holprig. Die Auffahrt zum Col de la Bonette ist wiederum echt der Hammer. Am Anfang etwas hakelig, weil einige scharfe Haarnadelkurven zu fahren sind, der Belag ist allerdings sehr gut. Vor lauter Gucken kommt man kaum zum Fahren. Das ist echt der Hammer, das Irreste, was ich bisher gesehen habe. Man ist hier wirklich mitten im Berg, Geröll, Geröll, Geröll. Diese Abgeschiedenheit nimmt einen gefangen. Kein Haus, kein Dorf nur Berg und fantastische Kurven. Die Menschen die vor unendlichen Jahren diese Straßen geplant und gebaut haben, vor denen ziehe ich meinen Hut. Für meine Begriffe eine unglaubliche Meisterleistung. Sind wir eigentlich noch auf der Erde oder schon auf dem Mond? Hier ist absolut nichts mehr. Berge, Geröll ein bisschen Moos, ein kleiner Tümpel, kahler Fels, ein bisschen Schnee, aber sehr angenehme Temperaturen. An einer alten Kaserne vorbei ging es die Anhöhe zum Restefond hinauf. Die Passhöhe ist ein Durchgang zwischen den Felsen, aber wir sind noch die Runde um den Cime de la Bonette gefahren. Das ist eine 2 km lange Runde um den Bergkegel und somit die höchste, asphaltierte Passstraße der Alpen. Die Runde um den Cime ist eine schmale Fahrbahn und daneben nur Abgrund. Wir haben schon viele Berge gesehen, aber dieser Ausblick schlägt wirklich alles. Wir sind vom Bonette Richtung Nizza runtergefahren. Viele Kurven – und diesmal auch einige enge dabei. Plötzlich waren wir in einem alten Militärdorf von 1800. Total unwirklich. Die Straße geht mitten durch diese verfallenen Häuser. In Deutschland wäre alles eingezäunt oder längst abgerissen, hier stehen ein paar Hinweisschilder, dass es gefährlich ist, die Ruinen zu betreten. Zeitzeugen!!! Wir sind fast eine Stunde nur Kurven gefahren, das schlaucht ganz schön. Wir brauchten dringend eine Pause. Dafür bot sich das hübsche Städtchen Barcelonette an. Dann ging es weiter zu unserem Quartier in Valberg. Es war halb acht, als wir ins Hotel kamen. Wir waren ganz schön kaputt.

Die Tagesetappe: 250 km (nur Kurven!)


10.7.14 22:57

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